Moskito Zika VirusEs gibt wieder eine potenzielle Pandemie, eine bald schon möglicherweise interkontinentale Katastrophe. Der Name diesmal: Zika-Virus.

Das Zika-Virus ist Auslöser für eine Krankheit, die aller Wahrscheinlichkeit nach vor allem bei ungeborenen Kindern zu schweren Missbildungen führen kann. Es tritt vor allem in subtropischen Klimazonen auf und wird von Mücken und möglicherweise auch durch Geschlechtsverkehr übertragen (Letzteres konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden).

Am 1. Februar 2016 hat die WHO in Anbetracht der potenziellen Gefahren, die vom Zika-Virus ausgehen, den „Öffentlichen Gesundheitsnotstand internationalen Ausmaßes“ ausgerufen.

Wieder mal haben wir also eine potenzielle Pandemie, gegen die man vermeintlich kaum etwas tun kann, als wieder einmal Jahre zu warten und zu hoffen, dass nichts weiter Schlimmes passieren wird.

Bisher ist das ja auch ganz gut gegangen; man denke an Fälle wie die Maul- und Klauenseuche (MKS), Rinderwahnsinn (BSE), SARS oder Ebola. Und an die seit über 30 Jahren andauernde HIV/AIDS-Pandemie haben wir uns schon längst gewöhnt. Allerdings bedeutet das nicht, dass es auch in Zukunft zu keiner globalen Katastrophe kommt. Jedes Jahr gibt es neue Grippe-Viren und auch multiresistente Erreger werden zu einem wachsenden Problem.
Das Fatale daran ist die Tatsache, dass ein einziges Gegenbeispiel ausreicht, um all diese vermeintliche Sicherheit zu zerstören. Von daher verstehe ich die Medien, die alles sofort zu einer potenziellen Vernichtung der Menschheit erheben wollen. Allerdings berichten sie nicht umfangreich genug; denn mittlerweile, anders als bei anderen Fällen vorher, haben wir effektive, nachweislich sehr sichere Methoden, die jetzt aufkommende Gefährdung direkt im Keim zu ersticken. Wir haben seit wenigen Jahren die grundlegend notwendige Technologie, um nicht nur Zika, sondern prinzipiell alle von Mücken übertragenen Krankheiten auszulöschen.

Die dazu notwendige Technologie, „Gene-Drive“ (Gendrift) genannt, wurde bereits im vergangenen Jahr in Hefezellen, Fruchtfliegen, und einer Mückeart, die Malaria überträgt, demonstriert. [1] Das Verfahren nutzt die Gentechnologie CRISPR, welche eine genetische Veränderung erzwingt und diese durch Reproduktion in der gesamten Population verbreitet. Aktuell wird in mehreren Laboren daran gearbeitet, diese Technologie auf die Mückenarten, welche Zika wahrscheinlich verbreiten, anzuwenden. Einige dieser Mückenarten verbreiten nicht nur Zika, sondern auch das Denguefieber, an welchem jedes Jahr mehr als 100 Millionen Menschen erkranken.
Malaria, Denguefieber und Zika – alle diese Krankheiten bzw. Viren kann man mit aktueller Technologie besiegen.

„Wir könnten dies problemlos in weniger als einem Jahr haben“

sagt Anthony James, ein Molekularbiologe an der University of California, Irvine. [1]
Genauer erklärt wird diese Technologie auch von einem der Erfinder in diesem TED-Talk.

Mit normalen Methoden werden wir einer auch durch den Klimawandel unterstütze, so schnell voranschreitenden Infektionsexplosion wie wir sie aktuell erleben, kaum etwas entgegnen können. Normale Impfstoffe brauchen viel zu viel Zeit, ausführliche Tests und bergen zu viele Unsicherheiten, um eine Epidemie in einer solchen potenziellen Größenordnung zu stoppen und innerhalb relativ kurzer Zeit aufzuhalten, bevor tausende Menschen erkranken. [2] Doch immerhin haben wir dieses Mal eine andere Möglichkeit als „nur zu warten“. Führende Forscher auf diesem Gebiet sind der Ansicht, dass wir bereits in verhältnismäßig kurzer Zeit enorme Fortschritte bei der Entwicklung eines gentechnikbasierten Gegenmittels machen können. Einen Test haben wir sogar schon. Auch wenn sie einräumen, dass in diesem Falle eine potenziell negative Wechselwirkung mit den Ökosystemen nicht auszuschließen ist, halten sie es für sehr wahrscheinlich, dass diese aufgrund der spezifischen Genveränderung sehr gering ausfallen würde und ohnehin nur eine Art auslöscht, die in den meisten Gebieten, in denen sie aktuell lebt, nicht heimisch ist. [3] Die aktuelle Zika-Krise kann zeigen, wie schnell und umfassend neue Technologien in der Lage sind, Problemen jeder Größenordnung zu entgegnen.

Die TPD fordert bei Problemen dieser Art eine schnelle, umfassende und auf Höhe der aktuellen technischen Entwicklung geführte Diskussion mit einem anschließenden konkreten Lösungsplan und schließlich dessen konsequente Umsetzung. Denn wir können nicht immer nur darauf vertrauen, dass schon alles irgendwie gut gehen wird, wenn wir es aussitzen.
Wir können die Diskussion über biosystemare Komplexität nun erstmals unter Einbezug tatsächlicher Werkzeuge zur grundlegenden Veränderung ganzer Ökostrukturen führen. Wohin dies führen kann, ist noch ungewiss, allerdings sollten wir den Diskurs unter Einbeziehung aller aktuellen Möglichkeiten mehr den je führen. Auch dies ist ein Anliegen der TPD.

An alle werdenden Mütter unter den Lesern sei gesagt: Bitte halten Sie sich momentan fern von betroffenen Gebieten. Sie bzw. Ihre Kinder könnten aktuell die Leidtragenden sein.

Dieser Artikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, noch bezieht er Stellung zu einer der ethischen Seiten, er soll lediglich die aktuelle Diskussion auf den tatsächlichen Kenntnisstand heben und einen Diskurs unter Einbezug aller relevanten Fakten ermöglichen, und der Fakt der genetischen Modifikation zur Bekämpfung wurde bisher zumindest medial kaum bemerkt.
Dieser Artikel ist eine persönliche Meinung des Autors und soll als Diskussionsgrundlage, oder um Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken, genutzt werden. Die hier dargelegten Standpunkte stellen nicht zwangsläufig die der TPD dar.

Quellen:

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Benjamin Eidam

Benjamin Eidam ist Mitgründer und ehemaliger Vorsitzender der TPD. Als Experte, Coach und Speaker für Technologien, künstliche Intelligenz, Autarkie, Digitalisierung und Cybersecurity macht er diese Themen mit Freude erfahrbar. Mehr zu ihm auf seiner Webseite https://benjamineidam.com

1 Comment

    • Nicolai

      Eine weitere sehr effektive Bekämpfung wäre wahrscheinlich durch das Breitbandvirostatikum DRACO möglich. Eine Schande, dass dessen Weiterenwicklung derart unterfinanziert ist! https://de.m.wikipedia.org/wiki/DRACO

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