Transhumanism

Dies ist die international gültige Transhumane Deklaration. Die deutsche Übersetzung wurde dabei als ganzheitlicher Text durch uns verfasst.


Der Menschheit steht ein tiefgreifender Wandel durch Wissenschaft und Technik bevor. Wir halten es für wünschens- und erstrebenswert, die menschlichen Beschränkungen zu überwinden; durch die Heilung des Alterungsprozesses, Erweiterung der geistigen Fähigkeiten, die Abschaffung unfreiwilligen Leids und letztlich die Expansion menschlicher Zivilisation über die Erde hinaus in den Kosmos.

Wir wollen mehr sein als das, was die bisherige Definition des Menschen vorschreibt. Das zentrale Merkmal des Transhumanismus, das ihn von allen vorhergehenden Philosophien unterscheidet, ist der Einsatz von Technik, um den bisherigen Rahmen dessen zu überwinden, was es heißt, Mensch zu sein. Dies muss jedoch zwangsläufig unter grundsätzlichen ethischen Überlegungen und Auflagen erfolgen, zu unserem eigenen Wohl und vor allem unseres Überlebens willens.

Wir treten ein für das Wohlergehen allen fühlenden Lebens, eingeschlossen Menschen, nichtmenschlicher Tiere und zukünftiger künstlicher Intelligenzen, modifizierter Lebensformen oder anderer sich ihrer selbst bewusster Wesen, die infolge des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts einen Platz in unserer Gesellschaft einnehmen. Wir erkennen hierin das vom Philosophen David Pearce vorgeschlagene Abolitionistische Prinzip als Kern unserer Ethik in seiner praktischen Umsetzung.

Wir legen größten Wert darauf, dass Individuen ein größtmögliches Spektrum an persönlicher Freiheit in ihrer Entwicklung, den Entscheidungen der Lebensführung und auch ihres Lebensendes eröffnet wird. Das schließt ausdrücklich den Einsatz von Technologien, sowohl zur Erweiterung und Verbesserung ihres Intellekts, ihres Gemüts, von Konzentration und Erinnerungsvermögen, als auch zu Beendigung und Umkehr der biologischen Alterung, der Wahl an Möglichkeiten zur Reproduktion sowie der willentlichen Veränderung von Genotyp und Phänotyp mit ein. Weiterhin fordern und fördern wir die Entwicklung künstlicher Intelligenzen.

Wir erkennen die Gefahren, derer sich die Menschheit ausgesetzt sieht, insbesondere durch den Missbrauch neuer Technologien. Doch auch wenn diese Gefahren gebührend berücksichtigt, erforscht und abgewendet werden müssen, so wollen wir trotzdem im Sinne des Proaktionären Prinzips voranschreiten, anstatt weiter im Vorsorgeprinzip zu verharren und die Chancen auf eine bessere Zukunft vorbeiziehen zu lassen. Wir dürfen es uns nicht erlauben, dass Zögerlichkeit und Ängste uns unser aller so vielversprechenden Zukunft berauben, weil wir wichtige Entscheidungen von Voreingenommenheiten und kurzzeitigen, persönlichen Gefühlen bestimmen lassen.

Positive transhumane Ideale müssen auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens ihre Wirkung entfalten, von der Popkultur und Kunst bis zu Politik und Religion. Der mögliche Rahmen zur Finanzierung transhumaner Technologien muss in vollem Umfang ausgeschöpft werden. Die politische Führung unserer Gesellschaften hat sicherzustellen, dass alle Bürger an dem aus diesen Entwicklungen erwachsenden Wohlstand mit seinen unermesslichen Möglichkeiten, ohne die Ausübung von Zwang, teilhaben, auf dass die Menschheit einer Zukunft in Frieden und Freiheit entgegenschreitet.


Transhumanist Declaration

  1. Humanity stands to be profoundly affected by science and technology in the future. We envision the possibility of broadening human potential by overcoming aging, cognitive shortcomings, involuntary suffering, and our confinement to planet Earth.
  2. We believe that humanity’s potential is still mostly unrealized. There are possible scenarios that lead to wonderful and exceedingly worthwhile enhanced human conditions.
  3. We recognize that humanity faces serious risks, especially from the misuse of new technologies. There are possible realistic scenarios that lead to the loss of most, or even all, of what we hold valuable. Some of these scenarios are drastic, others are subtle. Although all progress is change, not all change is progress.
  4. Research effort needs to be invested into understanding these prospects. We need to carefully deliberate how best to reduce risks and expedite beneficial applications. We also need forums where people can constructively discuss what should be done, and a social order where responsible decisions can be implemented.
  5. Reduction of existential risks, and development of means for the preservation of life and health, the alleviation of grave suffering, and the improvement of human foresight and wisdom should be pursued as urgent priorities, and heavily funded.
  6. Policy making ought to be guided by responsible and inclusive moral vision, taking seriously both opportunities and risks, respecting autonomy and individual rights, and showing solidarity with and concern for the interests and dignity of all people around the globe. We must also consider our moral responsibilities towards generations that will exist in the future.
  7. We advocate the well-being of all sentience, including humans, non-human animals, and any future artificial intellects, modified life forms, or other intelligences to which technological and scientific advance may give rise.
  8. We favour allowing individuals wide personal choice over how they enable their lives. This includes use of techniques that may be developed to assist memory, concentration, and mental energy; life extension therapies; reproductive choice technologies; cryonics procedures; and many other possible human modification and enhancement technologies.

The Transhumanist Declaration was originally crafted in 1998 by an international group of authors: Doug Baily, Anders Sandberg, Gustavo Alves, Max More, Holger Wagner, Natasha Vita-More, Eugene Leitl, Bernie Staring, David Pearce, Bill Fantegrossi, den Otter, Ralf Fletcher, Kathryn Aegis, Tom Morrow, Alexander Chislenko, Lee Daniel Crocker, Darren Reynolds, Keith Elis, Thom Quinn, Mikhail Sverdlov, Arjen Kamphuis, Shane Spaulding, and Nick Bostrom. This Transhumanist Declaration has been modified over the years by several authors and organizations. It was adopted by the Humanity+ Board in March, 2009.